Traumweisheiten

Manchmal können nächtliche Träume Sie nicht loslassen und Sie nehmen sie mit in den Tag hinein. Immer dann lohnt es sich diese Träume sehr ernst zu nehmen, da sie Botschaften aus Ihrem Unbewussten sind und vielleicht sogar Lösungsvorschläge für Ihre gegenwärtige Situation darstellen.

Mysterium Traumweisheit erleben: Eine Forschungsreise in unbekanntes Terrain

Stellen Sie sich vor, Sie würden das Logbuch eines Entdeckers führen und darin Berichte aus einer völlig anderen Dimension sammeln, denn in Wirklichkeit ist es genau das, was Sie tun, wenn Sie sich intensiv mit Ihren Träumen beschäftigen: Eine Forschungsreise durch Ihr inneres Universum.

Mit meiner Hilfe lernen Sie anhand eines mitgebrachten Traumes, wie man die Koffer packt und die Erfahrungen festhält, um sie später, mit dem nötigen Wissen, für sich zu verstehen und deuten zu können.

Traumlexika sind dabei keine Hilfe, denn was für den einen eine Zitrone ist, ist für den anderen noch lange keine Zitrone.
Seelische Gesundheit und eigene Verantwortungsübernahme sind das Ticket, um die Reise antreten zu können.

Wozu träumen?
Zwischen dem alltäglichen Verhalten und den nächtlichen Träumen eines Menschen besteht ein direkter Zusammenhang.

Wie bereits Jung im Begriff der Synchronizität beschreibt, beeinflussen sich in der Quantenphysik zwei Ereignisse, die in keinem kausalen Zusammenhang stehen, gegenseitig. Die beiden Ereignisse bilden physikalisch ein Feld der Möglichkeiten.

So bildet auch der Traum eine Karte von Möglichkeiten, indem er verschiedene im Gehirn gespeicherte Erfahrungsbilder zusammenbringt und so für den Träumer unerwartete und sinnvolle Überschneidungen von normalerweise getrennten Erinnerungen kreiert.

Ohne Träume würden wir krank. Menschen, die aus dem sogenannten REM-Schlaf (rapid-eye-movement) geweckt und so am Träumen gehindert wurden, holten diesen sobald es möglich war nach und träumten unablässig in den kommenden Nächten, obwohl es sonst nur fünf Traumphasen im nächtlichen Schlaf gibt.

Im Träumen kommt es zu einer Korrespondenz zwischen geistigem Wachstum, Herausbildung des Selbst und zunehmender Selbstwahrnehmung. Der Traum ist am Reifeprozess der Persönlichkeit und an der Entwicklung der persönlichen Fähigkeiten beteiligt.

Wie träumen?
Da das Gehirn die Wahrnehmung dessen, was außerhalb von uns stattfindet, entsprechend unserer Sichtweise der individuellen Lebenserfahrung „innen“ abbildet, sodass wir sie wie im Kino oder als Theaterzuschauer auf der Bühne betrachten können, passt dies auch zur Vorstellung von C.G. Jung, dass es eine innere Traumbühne gibt, auf der das Selbst in Form verschiedener Teil-Aspekte agiert. Somit ist der Traum ein Ausdruck eines Selbst-Zustandes. (Kohut, 1977)

Der Psychiater und Schlafforscher Allan Hobson geht davon aus, dass im Traum „die in den aktivierten Cortexarealen enthaltenen Gedächtnisinhalte, die normalerweise durch Wahrnehmungen erregt werden, nun ‚wahllos‘ hervorgeholt und ins Bewusstsein gebracht werden“.

Auch im Neuro-Konstruktivismus ist man davon überzeugt, dass alles, was wir wahrnehmen, unsere eigene Konstruktion des Gehirns ist und nicht unbedingt mit der realen objektiven Wirklichkeit übereinstimmt. Nicht umsonst geschieht es regelmäßig bei einem Verkehrsunfall z.B., dass mehrere Personen auch unterschiedliche Eindrücke über das Gesehene und Gehörte haben und an allen ist ein Stück „Wahrheit“ gegeben.

So erklärt auch der Hirnforscher Roth das Phänomen einer psychischen Störung, wenn ein erkrankter Mensch behauptet, neben ihm stehe eine Person, die genauso aussieht, wie er selbst. (Roth, 1997, S. 317)

Der Traum ist eine Art Experimentierfeld für das Bewußtsein. Alles, was sich auf der Traumbühne ereignet, ist eine Konstruktion unseres Unbewußten.

Es bildet aus dem gespeicherten Material der Wahrnehmungserfahrung des Wachbewußtseins individuelle Bedeutungen. Scheinbar spielerisch setzt das Unbewußte diese Symbole für die Traumgestaltung ein, um uns über die innere emotionale Bewertung zu informieren. Gleichzeitig gibt der Traum auch Ideen für Problemlösungen an die Hand.

Träume deuten
Das Ziel des Träumedeutens ist, vom Bewußtsein her erkennen zu können, was Sie vom Unbewußten her tatsächlich wollen.

Dabei ist es hilfreich, die Vorstellung C.G. Jungs zu berücksichtigen, dass alles, was wir träumen Teil-Aspekte unseres eigenen ICH darstellen, die sich auf der Traumbühne zeigen und miteinander oder auch gegeneinander agieren, entsprechend unserer eigenen Gefühlswelt.

Nicht nur die Personen im Traum erfüllen diese Aufgabe, sondern auch alle Gegenstände, Orte und Situationen drücken etwas Wesentliches Ihrer Innenwelt aus.

Parallel dazu entwickelte sich ein neues Denken in der Psychotherapie bereits in den 80er Jahren vornehmlich durch die Ego-State-Therapie, deren Begründer Helen und John Watkins waren, sowie in der Gestalttherapie und der Transaktionsanalyse (Eric Berne) und später im Neuro-Linguistischen Programmieren.

Es wurde angenommen, dass das Ich verschiedene Ich-Zustände erlebt, weil es sich in verschiedenen Rollen bewegt, die unterschiedliche Gefühlszustände auslösen. Sie sind die besagten Teilaspekte des Ich, mit denen auch therapeutisch gearbeitet wird.

Hier ein lesenswertes Buch von dem Traumatherapeuten Jochen Peichl, „Jedes Ich ist viele Teile“, 2010, Kösel-Verlag, München.

Auch Träume sind nicht eindimensional, sondern sehr komplex und besitzen viele Bedeutungen und Ebenen. So, wie es viele Landkarten für ein Gebiet gibt, (geologische, topographische, politische), so gibt es auch viele zutreffende Deutungen für einen Traum.
(Zitat Klaus Vollmar in „Helfende Träume“, Iris, 2002, Amsterdam.)